Winterliches Staunen in nächster Nähe

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In diesem Schuljahr hat das Wasser bei der Crea-Schule hohe Bedeutung. Der Aach entlang zu wandern bis zur Mündung in den Bodensee war in diesem Zusammenhang ein Herzenswunsch. Kann das gelingen? Ist es nicht zu weit, zu kalt? Werden wir ohne nasse Füsse durchkommen?

Am 20. Februar nutzten wir die letzte Möglichkeit. Denn das winterliche Begehungsrecht auf den Wiesen erlischt nach diesem Datum. In der Nacht waren minus drei Grad angesagt, tagsüber 0 Grad. Um 11.00 Uhr zogen wir Dreiviertelstunden vor Schulschluss los. Inklusive der Mittagspause und dem grosszügig verlängerten Turnunterricht hatten wir so fast fünf Stunden zur Verfügung. Schnell wurde die Tour zu einer „Biber-Wanderung“. Denn zwischen Engishofen und Oberaach säumen unzählige vom Biber abgefressene Baumstümpfe das Ufer. Wir stiessen sogar auf einen Ast- und Stammhaufen in der Aach, der für uns garantiert die Biberburg war. Was uns aber mindestens so überraschte, das waren die Frühlingsboten. Mitten in Oberaach kosteten wir den ersten Bärlauch. „Scharf!!!“ Dass Märzenbecher bereits offen sind, wussten wir. Aber die erste offene Schlüsselblume überraschte total. Das war dort, wo die Aach bereits mehrere Meter breit ist, sich gemütlich durch den Wald schlängelt und es für alle Kinder klar war: Da müssen wir noch einmal hin – dann, wenn das Wasser wärmer ist. Ein Kind meinte zu Hause nach der Rückkehr: „Für mich war das der schönste Tag meines Lebens.“ Es ist einfach speziell wie nah wir überrascht werden können – bei 0 Grad, trübem Wetter, kalter Bise… wenn man sich auf den Weg macht.

– Christian Stricker –